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Ausstellung :: SICH DER WELT AUSSETZEN – Georg Forster

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Szenografische Raumentwürfe von Studierenden der Hochschule Mainz Gestaltung
Ausstellung im Staatstheater Mainz / 25.01.-02.02.2018

Nadja Ayoub, Tobias Böminghaus, Almira Befus, Mascha Dilger, Miriam Eide, Carmen Fischer, Franca Hartard, Shirley-Ann Jurek, Jonathan Knappe Clara Roth, Franziska Seel, Johanna Wagner

Aus Anlass des 225. Jahrestages der MAINZER REPUBLIK entwerfen 12 Studierende der Hochschule Mainz Gestaltung, BA-Studiengang Innenarchitektur, im Wintersemester 2017/18 ein szenografisches Gesamtkonzept für die Mainzer Wirkungsstätten des Wissenschaftlers, Schriftstellers und Revolutionärs Georg Forster.

Dieses Projekt setzt nach DIE UNVERHEIRATETE, IN ZUKUNFT: MAINZ, ORESTES und REVOLUTION #1 die erfolgreiche Zusammenarbeit von Hochschule Mainz und Staatstheater Mainz fort und wurde von Prof. Wolf Gutjahr und Chefdramaturg Jörg Vorhaben betreut.

Die Ausstellung der Entwurfsprojekte wird am Donnerstag 25.01.2018 um 17:00 Uhr im Foyer Großes Haus / Kassenfoyer eröffnet und ist bis Freitag 02.02.2018  während der Kassenöffnungszeiten zugänglich.

Weitere Information auch unter: www.staatstheater-mainz.com

Johann Georg Adam Forster (1754-94) war Ethnologe, Naturforscher, Universitätsbibliothekar, Hochschullehrer, Übersetzer, Reiseschriftsteller, Essayist, Journalist, Zeitungsverleger, Politiker und Revolutionär.  Als Achtzehnjähriger nimmt er als Zeichner an der zweiten Weltumsegelung von James Cook (1772-75) teil. Seine Eindrücke der Gesellschaften und sozialen Ordnungen, die er auf dieser Expedition kennenlernt, publiziert er unter dem Titel A VOYAGE AROUND THE WORLD. Dieses Buch macht ihn berühmt.

Lehrtätigkeiten führen ihn an die Universitäten Kassel und Vilnius. 1788 wird er Universitätsoberbibliothekar in Mainz.
Nach Ausrufung der ersten französischen Republik und der Besetzung von Teilen des Rheinlandes des Kurbistums Mainz durch französische Revolutionstruppen im Oktober 1792 wird Georg Forster zum glühenden Vorkämpfer und Mitbegründer der MAINZER REPUBLIK.
Dieser Versuch einer ersten, auf bürgerlich-demokratischen Grundsätzen aufbauenden Republik in Deutschland endet nach wenigen Monaten durch die Rückeroberung von Mainz durch preußische und österreichische Truppen. Georg Forster wird geächtet und stirbt 1794 völlig verarmt und vereinsamt im Alter von nur 39 Jahren im Exil in Paris. Er und sein Werk geraten weitgehend in Vergessenheit.

Im Gegensatz zu dem später durch den mit Forster befreundeten Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) etablierten eurozentristischen naturwissenschaftlichen Klassifizierungssystem, versuchte Forster bei seinen Reisen die Welt, ihre Gesellschaften und Phänomene zu durchdringen und als gleichwertig zu verstehen. Diese Haltung übertrug er auch auf die zeitgenössischen politischen und intellektuellen Entwicklungen in Europa.
Den Ausbruch der Französischen Revolution betrachtete er wie ein Naturereignis, dessen Kräfte und Strukturen es zu verstehen galt. Heute ist Georg Forsters wissenschaftlicher Ruf unbestritten. Je nach politischer Zeitströmung wurde und wird das politische Wirken Forster bis heute sehr unterschiedlich beurteilt. Das gilt auch für die MAINZER REPUBLIK, die 2018 ihren 225. Jahrestag hat.



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