Master

Master-Studiengang Kommunikation im Raum

Hochschule Mainz

Das 3-semestrige Vollzeitstudium Kommunikation im Raum M.A. richtet sich an Absolventen eines Bachelor- oder Diplomstudiums der Fachrichtungen Innenarchitektur, Architektur und Design, die ihre Kompetenzen themenspezifisch erweitern möchten. Kernthema der fachübergreifenden Entwurfs- und Realisierungsaufgaben ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem architektonischen Raum als Kommunikationsmedium. In kleinen Semestern werden die Studierenden von unserem interdisziplinären Lehrteam optimal gefördert. Der Mastergrad berechtigt nach zweijähriger Berufspraxis zum Kammereintrag als Innenarchitekt/in. Bewirb dich jetzt!

Bachelor

Bachelorthesis - floating spaces

Betreut von

Prof. Bernd Benninghoff
Prof. Andreas Kaiser

Semester

Wintersemester 2021/22

Weiterführende Links

floating spaces

Die Mehrzahl der deutschen Großstädte liegt an einem beschiffbaren Fluss und ist somit an ein weitläufiges Netzwerk aus Wasserwegen und Kanälen angeschlossen. Zunehmend werden ehemalige Hafengebiete und flussnahe Industrieareale in Wohnquartiere und Kulturflächen umgewandelt. In diesem Zusammenhang wird auch den Schiffen in Zukunft eine neue Bedeutung zukommen. Über den Transport von Waren und Menschen hinaus wird es einen Bedarf an mobilen Kultur- und Veranstaltungsräumen geben, die – räumlich ungebunden – an der Schnittstelle zwischen dem Fluss und den aufgewerteten Hafengebieten temporär andocken können.

Die angehenden Absolventinnen und Absolventen sollten im Rahmen ihrer Bachelorthesis ein Nutzungskonzept für ein bestehendes Frachtschiff entwickeln, das momentan in Mainz vor Anker liegt: die Cassian Carl. Dieser Ideenansatz sollte in ein gestalterisch und funktional überzeugendes Raumgefüge übersetzt werden. Die Herausforderung lag darin, auf die bestehende Schiffsarchitektur einzugehen und die sowohl technischen als auch sicherheitsrelevanten Vorgaben in die Entwicklung eines architektonischen und atmosphärischen Gestaltungskonzeptes einzubeziehen. Von Kino über Hostel bis zur Obdachlosenunterkunft und einem Frauenhaus sind die vielfältigsten Nutzungsideen umgesetzt worden.

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Schnitt des gesamten Schiffskörpers

Plastikfabrik

Die Verwendung von Kunststoff steigt stetig an. In Deutschland werden lediglich 47% von insgesamt 6,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen recycelt. Bei Kunststoffabfällen aus privaten Haushalten sind es bloß 33%.

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Visualisierung der Innenwege

Jeder einzelne kann jedoch zu einer Verbesserung beitragen, indem Müll sauber getrennt wird.
Im Entwurf »Plastikfabrik«, sollen BesucherInnen also anhand des Plastikrecyclingprozesses erleben, wie eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, die Abfälle der Verbraucher von heute in Produkte von morgen verwandelt.
Gestalterisch wird der Industriecharakter des Schiffes erhalten und im Raum weiter fortgeführt. Eine zweite abgehangene Ebene wird zum Mittelpunkt und Akteur des Raumes und befindet sich oberhalb der Recyclingfabrik. Insgesamt lenkt die Architektur das Auge der BesucherInnen auf den Prozess des Recyclings sowie dessen Möglichkeiten und bringt HerstellerInnen und KonsumentInnen an einem Ort zusammen.

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Visualisierung Eingangsbereich
Studentin

Lara Sommer

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sound bonded

Der Entwurf »Sound Bonded«, welcher sich mit einem alten Kohleschiff beschäftigt, liegt in Mainz vor Ufer am Konrad-Adenauer-Platz an. Er stellt eine Antwort auf die immer häufiger aufkommende Frage nach Proberäumen für Bands und Musiker dar. Es soll ein Ort sein, wo sich Musikbegeisterte versammeln können, arbeiten und schließlich das Resultat mit anderen Menschen teilen können. Darum bietet das Schiff nicht nur Proberäume, sondern darüber hinaus ein Tonstudio, sowie andere Räumlichkeiten in denen sich die verschiedenen Musiker austauschen können und die Bühne als Schnittstelle zur Öffentlichkeit nutzen können.

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Innenraum Visualisierung
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Perspektive des Rheinufers

Ziel ist es, dass so viele Musikbegeisterte wie möglich an einem Ort zu bündeln und ihnen hier einen neuen Möglichkeitsraum zu bieten. Um die Proberäume vom Schall des restlichen Schiffes zu entkoppeln, werden sie mit Hilfe von Stahlaufhängungen an HEB-Trägern befestigt und hängen frei im Schiffskörper.

Bei den Grundrissen der Proberäume gibt es keine parallelen Wände, um die Akustik zu verbessern. Dieses Gestaltungskonzept zieht sich beide Ebenen des Schiffskörpers.

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Modellfotografie
Studentin

Diana Velazquez Chilet

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Der Fliegende Carl

Der »Fliegende Carl« ist ein modulares Pop-Up-Space System für das bestehende Frachtschif »Cassian Carl«, das dem Nutzer erlaubt, die verschiedensten Konzepte schnell, flexibel und mobil aufzuziehen.

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Schema Visualisierung

Pop-Ups sind temporäre Events, die in einzigartigen Umgebungen erscheinen und nach einem Tag bis sechs Monaten wieder verschwinden.
Bei einem Pop-Up können Marken die Resonanz auf neue Produkte an verschiedenen Standorten testen. Aufgrund des schnellen und unkomplizierten Standortwechsels bietet ein Frachtschiff den perfekten Ort für ein Pop-Up-Space. Es ermöglicht nicht nur den Kunden ein außergewöhnliches Erlebnis, sondern auch den Marken leichten Zugang zu neuen Kunden.

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Nutzungsmöglichkeit | Einzelhandel
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Nutzungsmöglichkeit | Foodmarket
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Nutzungsmöglichkeit | Ausstellung

Mobile Architekturen haben normalerweise den Nachteil, dass die Bauten vor Ort ab- bzw aufgebaut werden müssen. Bei dem System »Fliegende Carl« wird die Architektur des Binnenschiffes mit dem dafür erstellen Baukasten zusammengesetzt und kann dann für eine andere Marke oder eine neues Event verändert werden.
Der »Fliegende Carl« kombiniert die ehemalige Ästethik der »Cassian Carl« mit einer modernen medialen Gestaltung und bietet den Besuchern ein außergewöhnliches Erlebnis.

Student

Damian Richter

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I am somebody - Sofort-Hilfestelle Frauenschiff

Jede Stunde werden durchschnittlich 13 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt. Die Zahl der Opfer ist in Deutschland während der Corona-Krise ebenfalls deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 158.477 Opfer polizeilich registriert. Sechs Prozent mehr als im Jahr 2019. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher. Umso wichtiger ist es, dass es Stellen gibt, an die sich Betroffene wenden können.

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Visualisierung Wohnbereich

Mein Konzept soll eine Sofort-Hilfestelle für Frauen in akuter Not sein. Dabei soll es ebenfalls von außen ein monumentales Zeichen für das akute Problem von Gewalt an Frauen setzen. Um jeder Frau den schweren Schritt aus der häuslichen Gewalt heraus zu erleichtern, habe ich persönlich mir die Aufgabe gestellt, das Frachtschiff zu einem Ort der Zuflucht werden zu lassen. Durch das Projekt »I am somebody« soll Frauen aus der Angst und Perspektivlosigkeit der häuslichen Gewalt helfen und ihnen die Kraft geben ein selbstbestimmtes Leben zu beginnen.

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Innenraum Visaulisierung
Studentin

Maya Bender

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Innenraum Visualisierung

Das »WORKship«

Dieser Entwurf ist ein Ort des Schaffens und der Fertigung. Es gibt drei zentrale Werkstätten, die Holz- und Metallwerkstatt und ein 3D Tech-Lab zur digitalen Fertigung. Das Schiff ist in zwei Etagen eingeteilt, im Untergeschoss die Werkräume und im oberen Geschoss der Showtunnel. Am Ende dieses Tunnels kann man sich in einer Lounge zusammenfinden und in Ruhe austauschen.

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Innenraum Visualisierung

In meinem Gestaltungskonzept vereine ich zum einen den Aspekt der Fertigung mit dem Motiv der Industriehalle und nehme hier nochmal direkten Bezug auf den Standort Schiff in Form der Schiffswerft. So drehe ich das Bild vom Schiff in der Werft um und hole die Werft in das Schiff. Im oberen Geschoss verläuft der Showtunnel über allen drei Werkräumen und bietet spannende Blickbezüge herunter in die Werkstätten, sowie auch durch das gesamte Schiff durch eine zentrale Sichtachse. Der Besucher kann hier Inspiration tanken und besondere Werkstücke und Materialien bewundern. Die Fassade erinnert an einzelne Industriehallen und spiegelt durch ihre Materialität die Werkräume im Inneren nach außen.

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Student

Cedric Prokel

Pfeil am Textende

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