Master

Master-Studiengang Kommunikation im Raum

Hochschule Mainz

Das 3-semestrige Vollzeitstudium Kommunikation im Raum M.A. richtet sich an Absolventen eines Bachelor- oder Diplomstudiums der Fachrichtungen Innenarchitektur, Architektur und Design, die ihre Kompetenzen themenspezifisch erweitern möchten. Kernthema der fachübergreifenden Entwurfs- und Realisierungsaufgaben ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem architektonischen Raum als Kommunikationsmedium. In kleinen Semestern werden die Studierenden von unserem interdisziplinären Lehrteam optimal gefördert. Der Mastergrad berechtigt nach zweijähriger Berufspraxis zum Kammereintrag als Innenarchitekt/in. Bewirb dich jetzt!

Bachelor

Bachelorthesis - shave the monkeys

Betreut von

Prof. Antje Krauter
Prof. Gerhard Kalhöfer

Semester

Wintersemester 2022/23

Weiterführende Links

Auszeichnung bdia
Anerkennung bdia

Neuer Umgang mit dem Bestand

Bachelor Thesis Innenarchitektur Wintersemester 2022/23

Dass die aktive Auseinandersetzung mit unserer gebauten Substanz die Arbeitsfelder zukünftiger Architektinnen und Architekten maßgeblich bestimmen wird ist keine Prognose mehr. Die Energiewende ist überlebensnotwendig und angesichts der aktuellen Kriegsgefahr in den Hintergrund getreten. Das bedeutet mehr Kommunikation mit unserem Erbe, den Bestandsgebäuden.

Wenn wir es mit einem Bestand zu tun haben, dann reicht nicht die objektive Analyse des Materials - was können wir wiederverwenden und was nicht. Die Gebäude und Räume haben in der Nutzung eine Entwicklung erlebt, die wir begreifen sollten. Eine klandestine Idee, die sich über den technologischen Aspekt, neue Technik ersetzt die alte, hinwegsetzt. Es eröffnen sich Perspektiven, die Geschichte nicht als veraltet und minderwertig betrachten, sondern einen Dialog auf Augenhöhe ermöglichen.

Die Studierenden der Bachelor Abschlussklasse im Wintersemester 2022/23 suchen neue Strategien
in der Auseinandersetzung mit dem Bestand.

CellCluster - Laura Müller

Der Bestand für meine Bachelor-Thesis „CellCluster“ ist das 1904 in Schleswig-Holstein erbaute Wohnhaus meines Opas.

In der Auseinandersetzung mit historischen Wohnhäusern, dessen Energieeffizienz sowie Raumaufteilung veraltet ist, stehen meist zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Abriss oder aufwändige Renovierung. Ich entschied mich dazu, das Haus in neun Mikro-Wohneinheiten zu zerlegen, welche nachhaltig und umweltfreundlich konzipiert sind. Im Vordergrund steht der Re-Use Gedanke: Wie können Baustoffe oder Elemente des alten Inventars wiederverwendet und in das Neue integriert werden? Das Projekt „CellCluster“ ist ein Experiment und gleichzeitig Paradebeispiel, wie in Zukunft mit ebensolchen alten Wohnhäusern umgegangen werden könnte, um dem steigenden Wohnungsmangel entgegenzuwirken.

achtsam - Sophie Parthesius

Bunker sind Niemandsobjekte, die Architektur zweckmäßig. Sie sind die wohl letzten sichtbaren Überreste längst vergangener Kriege, die unserer Generation so fern und aktuell doch wieder so nah erscheinen. Gleichzeitig haben Bunker ihre Funktion nicht verloren: Der Schutz der Bewohner*innen.

Das Projekt achtsam verwandelt acht dieser längst vergessenen Kriegsbunker in der Gießener Anneröder Siedlung in individuelle Schutzräume für diejenigen, die gerade einen Rückzugsort brauchen. Durch die einzeln aus den Bunkern herausragenden Boxen entstehen kleine private Räume zum Arbeiten, zum Übernachten, für den kulturellen Austausch oder zum Zurückziehen.

Stadthandlung - Monja Zöller

Der Entwurf "Stadthandlung" sieht städtische Bestandsarchitektur als kollektives Erbe, welches als ebensolches genutzt werden sollte. Das zweistöckige Bestandsgebäude aus den 60er Jahren befindet sich am Mainzer Münsterplatz. Der Altbau wird um ein öffentlich begehbares Dach erweitert. Dadurch entsteht eine gemeinschaftlich nutzbare Fläche, die von Stadtbewohner*innen gestaltet wird.

Die "Stadthandlung" ist ein selbstorganisierter Ort für das Teilen von Fähigkeiten und Themen die uns als Menschen beschäftigen. Architektonisch kann die Dachfläche durch Modulgerüste aufgeteilt werden, sodass für unterschiedliche Bedürfnisse passende Räume entstehen - für Skillsharing, Workshops, Podiumsdiskussionen, Kunst- und Kulturveranstaltungen.

hoch 7 - Hannah Kelting

Mit ihren skulpturalen Kühltürmen sind Kraftwerke bereits aus der Ferne erkennbar und prägen die Landschaft unverwechselbar. Für jeden abgeschalteten Kühlturm wird ein Abriss vorgesehen, der sowohl Gelder als auch Bestandsbaumasse kostet. Aber was, wenn ein Abriss in Zukunft nicht mehr nötig sein und dieser Betongigant bewohnbar wird?

Mit Hoch 7 wird eine Utopie geschaffen, die eine vertikale Siedlung im Kühlturm ermöglicht und dort in sieben Ringen Wohnraum und ergänzende Bereiche für über 1700 Menschen bietet. Der Bestandsbau wird der Struktur der Betonierabschnitte im Turminneren folgend in Ringe zerschnitten und durch eine Freiform ergänzt, welche die geometrische Strenge des Kreises durchbricht. Die Seile des lichtdurchfluteten Zentrums in der vertikalen Mitte des Turms dienen zur Absturzsicherung und geben den Sichtbezug nach oben und unten frei.

Weiterführende Links

bdia Anerkennung

Ekklesia - Tobit Kirsch

Kirche, hervorgegangen aus den Versammlungen des Urchristentums, stand von jeher im Spannungsfeld zwischen biblischem Glauben und funktionalisierter Institution im gesellschaftlichen Gefüge der Zeit.

Das Projekt setzt sich mit dieser Lage auseinander und zeigt einen architektonischen Umgang mit Kirchengebäuden der Nachkriegszeit, die ihren ursprünglichen Nutzen verloren haben. EKKLESIA verweist mit ihrem Namen auf die basierende Idee einer Umgestaltung. Der Begriff ‚ekklēsía‘ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Versammlungsort. Hier wird eine Kirche, urtypisch mit einem großen Versammlungsort mit einer deutlichen Hierarchie zwischen Gemeinde, Priester und Gott, zu vielen kleinen Versammlungsorten umfunktioniert.

EKKLESIA durchbricht das Bestandsgebäude in drei Ebenen und schafft neue Räume. Gebildet werden sie aus Profilglaswänden, versehen mit einer transluzenten Wärmedämmung. Das Profilglas bildet mit seiner Lichtdurchlässigkeit einen Kontrast zum Bestandsgebäude. Bestand und neue Struktur durchbrechen sich gegenseitig und erzeugen ein Spannungsverhältnis.

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