Master
Hochschule Mainz, Master Kommunikation im Raum

Master-Studiengang Kommunikation im Raum

Hochschule Mainz

Das 3-semestrige Vollzeitstudium Kommunikation im Raum M.A. richtet sich an Absolventen eines Bachelor- oder Diplomstudiums der Fachrichtungen Innenarchitektur, Architektur und Design, die ihre Kompetenzen themenspezifisch erweitern möchten. Kernthema der fachübergreifenden Entwurfs- und Realisierungsaufgaben ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem architektonischen Raum als Kommunikationsmedium. In kleinen Semestern werden die Studierenden von unserem interdisziplinären Lehrteam optimal gefördert. Der Mastergrad berechtigt nach zweijähriger Berufspraxis zum Kammereintrag als Innenarchitekt/in. Bewirb dich jetzt!

Bachelor

Bachelorthesis – Werkstart

Betreut von

Prof. Bernd Benninghoff
Prof. Markus Pretnar
Thomas Klann

Semester

Wintersemester 2019/20

Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Hand and Sense von Hannah Schwarz

In der Bachelor-Thesis im Wintersemester 2020 ging es darum, einen Ort zum Arbeiten und Wohnen in der Mainzer Innenstadt zu entwerfen und zu planen. Ziel war es, dass die Studierenden sich in Handwerksbranchen hineinarbeiten, von denen sie vielleicht noch nie etwas gehört haben. In eine reale Baulücke in der Kapuzinerstraße integrierten die Studierenden ihr ausgesuchtes Unternehmen und entwarfen Arbeits- und Wohnräume.

Die in der Thesis bearbeiteten Handwerk-Kleinunternehmen sollten mit Menschen, Produkten und/oder Werkstoffen arbeiten, die man mit kleinem Gerät bearbeiten kann und nicht über reine Bildschirm-Arbeitsplätze verfügen. Die Unternehmen sollten mit wenig Platz auskommen und funktional gestaltete Arbeitsplätze erhalten.

Die Studierenden siedelten Abläufe auf mehreren Ebenen an und integrierten die Wohnmöglichkeit für den Unternehmer, plus Familie oder maximal drei zusätzliche Mitarbeiter. Natürlich sollte auch die schlanke Fassade ein materielles Bild nach Außen entwickeln, das dem Unternehmen gerecht wird.

hand & sense

hand & sense ist ein kleiner Handwerksbetrieb für Fliesenkeramiken, gelegen inmitten der Mainzer Altstadt. Gerade beim Handwerk gehen händisches Schaffen und der Geist eine symbiotische Beziehung miteinander ein. hand & sense umfasst einen offenen Werkstattbereich mit Glasurenküche, der Platz für Projekte unterschiedlicher Größenordnungen bietet. Über der Werkstatt im Erdgeschoss erstreckt sich die einer Galerie ähnelnde Etage. Diese wurde für Kunst und fachspezifische Gespräche in großer Runde geschaffen. Die Raumvolumen von Werkstatt und Galerie greifen ineinander über und bilden so eine Einheit. In der Etage darüber befindet sich der private Wohnbereich des schaffenden Keramikers. Diese Etage grenzt sich räumlich von den anderen Eben der Architektur ab und schafft so die nötige Privatsphäre. Im Hinterhof von hand & sense wurde das historische Kruzifix in der Längsachse des Eingangs positioniert. Der Hof dient so dem Handwerker als Ort der Ruhe.

Studentin

Hannah Schwarz

Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Hand and Sense von Hannah Schwarz

Die Grundform der Architektur basiert auf übereinander gelayerten, zweidimensionalen, geometrischen Grundformen. Diese wurden aus der geometrischen Formensprache von Fliesen und deren starker Axialität abgeleitet. Die zweidimensionalen Formen wurden daraufhin extrudiert und einzelne Nutzungsbereiche formuliert. Die daraus resultierenden Schnittstellen schaffen so an gezielt gesetzten Stellen Verbindungen zwischen den einzelnen Etagen.

Die Gestaltung der Innenräume basiert auf Eindrücken, die beim Besuch des Keramikers Hans Kuretzky gewonnen wurden. So tauchen Ansätze von Tunnelgewölben und Farben auf, die in seinen Projekten zu finden sind. Die Farbgestaltung wurde an die Farbenlehre Le Corbusiers angelehnt. Die Fliesenformate und die Fugenfarbe sind einfach gehalten und bilden wiederkehrende Gestaltungselemente. Sie sollen die Formen der einzelnen Raumvolumen optisch unterstreichen.

Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Hand and Sense von Hannah Schwarz
Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Hand and Sense von Hannah Schwarz

Greenvillage

Der Handwerksberuf »Indoor-Planter« ist eine Spezialisierung des Gärtner-Berufs. Dieses Handwerk hat sich auf die Pflanzenzucht von essbaren Pflanzen im Innenraum spezialisiert, mit dem Fokus auf vertikale Pflanzverschalung und Hydrokulturen. Der »Indoor-Planter« benötigt das »KnowHow« von der Pflege der verwendeten Pflanzensorten, von hydroponischen Pflanzsystemen inklusive der dazugehörigen Technik, wie z.B. Wasser- und Belüftungssysteme und Lichtversorgungssysteme mit LED’s.

Durch die Nahverdichtung geht immer mehr Raum für das Anwachsen von regionalen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Salat, verloren. Viele unserer Lebensmittel, die wir in Supermärkten erwerben, werden aus anderen Ländern importiert. Der Transport von manchmal weit über tausenden von Kilometern ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für die Qualität der Lebensmittel selbst, da sie oft unreif geerntet und auf den Weg gebracht werden und/ oder unter dem Einsatz vieler Chemikalien angepflanzt werden.

Studentin

Ankatrin Ostendorf

Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Greenvillage von Ankatrin Ostendorf

Diese Beobachtung brachte mich auf die Idee, eine regionale Pflanzenzucht mit dem Stadtleben zu kombinieren. Ich möchte Transparenz in der Produktion von Lebensmitteln schaffen und eine Alternative bzw. Ergänzung zum bisherigen Leben in der Stadt bieten. Pflanzen sollen im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden und dadurch stärker in das Bewusstsein des Menschen treten.

GREENVILLAGE ist ein modernes Gewächshaus in der Stadt, in dem die Pflanzen in einem Hochregalsystem rund um die Uhr – also »24/7« – und unabhängig von Wind und Wetter wachsen können. Das Hochregal bietet viel Platz für die Pflanzen und beherbergt alle technischen Systeme, die benötigt werden, um Pflanzen im Innenraum zu züchten und auch direkt vor Ort zu verkaufen.

Da mein ausgesuchter Handwerker seiner Leidenschaft und Profession in der Stadt nachgehen möchte, hat er sich nach einem solchen modernen Gewächshaus gesehnt.

Feuer und Flamme

Der Beruf des Wachziehers ist ein Handwerk mit langer Tradition. Die Sehnsucht nach Licht und Wärme ist seit je her ein menschliches Bedürfnis. Der Entwurf Feuer und Flamme bietet dem Handwerker einen Raum zur Ausübung dieser Tätigkeit.

Als Inspiration für die Form des Gebäudes diente eine Kerze, welche im Modell in die Baulücke gegossen wurde. Durch die Drehung dieser Form sticht das Gebäude besonders hervor. Der Trichterförmige Abbrand der Kerze ist Inspiration für die sich verjüngende Treppe. Sie steht zur Straßenseite frei und wird gezielt beleuchtet, um sie auch von dort aus sichtbar zu machen.

Studentin

Christina Deusing

Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Greenvillage von Ankatrin Ostendorf

Ein besonderes Erlebnis ist das Durchschreiten der bogenförmigen Ausstellungsvitrinen. Diese sind im Außenbereich angebracht und hängen wie Tropfen von der Decke. Dies ermöglicht den Besuchern einen schnellen Zugang, der zudem barrierefrei ist. Innerhalb der Vitrinen werden die Kerzen hängend präsentiert. Das Bestücken der Vitrinen findet innerhalb des Gebäudes statt. Hierfür wird die im Boden eingelassene Konstruktion mit Hilfe eines Seilzugs hochgezogen.

Der Wohnbereich befindet sich in Richtung des Innenhofes und bietet dadurch ausreichend Privatsphäre. Ein in der Küche befindliches Fenster ermöglicht Blickbeziehungen in die Werkstatt.

Das angelieferte Paraffin zur Herstellung von Kerzen wird mit Hilfe einer im Boden eingelassenen Liftbox in den Keller transportiert. Von dort aus wird es in den Schmelzkesseln geschmolzen und über Rohre in die einzelnen Ebenen befördert. Der Handwerker kann so die einzelnen Arbeitsschritte von oben nach unten durchführen. Beginnend mit der Zugmaschine werden die Kerzen gezogen und im Anschluss auf der gleichen Etage zugesägt. Danach können die Kerzen mit Hilfe eines Seilzugs durch eine im Boden eingelassene Klappe in die nächste Etage transportiert werden. Dort wird die Kerze dann an beiden Seiten gefräst und für den harten Außenkern in Wachs getaucht. In der untersten Ebene wird die Kerze dann verziert und für die Ausstellung vorbereitet.

Gitarrenbauhaus

Das Gitarrenbauhaus, indem ein Gitarrenbauer mit seiner Familie wohnt und arbeitet, ist inspiriert von der Konstruktion der Gitarre. Der Bau einer Gitarre ist ein behutsames Zusammenspiel aus Festigkeit und Leichtigkeit, denn das Holz muss leicht genug sein, damit es schwingen kann, aber auch stabil genug, um nicht zu reißen.

Um dies metaphorisch in die Architektur des Gitarrenbauhauses zu übersetzen, besteht es aus einer Holzleichtbaukonstruktion, welche nach außen hin sichtbar ist.

Die Konstruktion ist technisch, sowie atmosphärisch maßgebend für die Gesamtarchitektur. An keiner Stelle ist das Tragwerk verborgen oder vertuscht, im Gegenteil: es soll für den Betrachter und Nutzer des Hauses nachvollziehbar und erfahrbar sein.

Studentin

Leonie Sarazadeh

Hochschule Mainz, Bachelorthesis-Werkstart, Bachelor Entwurf Raum, Gitarrenbauhaus von Leonie Safarzadeh

Das Tragwerk besteht aus einer Skelettbauweise, deren Stützen sich über die Gesamthöhe von 18,75m ziehen. Pfetten schließen an diese an und tragen die aussteifenden Geschossdecken. Die Fassade besteht aus einer innenliegenden Curtainwall, mit gebogenen Glasscheiben, die zwischen den Stützen hängen.

Das Kruzifix, welches im alten Bestand in der Fassade integriert war, steht unter Denkmalschutz. Um einen angemessenen Raum dafür zu schaffen, wurde das Stück Fassadenwand des alten Bestands um 14m zurück versetzt und in die Wand des Lagerhäuschens im Innenhof integriert. Mit der gleichen gestalterischen Formsprache wie der des Gitarrenbauhauses, wurde ein kleiner andächtiger Raum geschaffen, indem das Kruzifix würdig zur Geltung kommt.

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