Master

Master-Studiengang Kommunikation im Raum

Hochschule Mainz

Das 3-semestrige Vollzeitstudium Kommunikation im Raum M.A. richtet sich an Absolventen eines Bachelor- oder Diplomstudiums der Fachrichtungen Innenarchitektur, Architektur und Design, die ihre Kompetenzen themenspezifisch erweitern möchten. Kernthema der fachübergreifenden Entwurfs- und Realisierungsaufgaben ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem architektonischen Raum als Kommunikationsmedium. In kleinen Semestern werden die Studierenden von unserem interdisziplinären Lehrteam optimal gefördert. Der Mastergrad berechtigt nach zweijähriger Berufspraxis zum Kammereintrag als Innenarchitekt/in. Bewirb dich jetzt!

Bachelor

Entwurf Raum – Belvedere

Betreut von

Prof. Markus Pretnar

Semester

Wintersemester 2019/2

Die Wolke

Daher soll eine Gemeinschaftsfläche auf dem Dach entstehen, die sie zumindest eine Zeit lang von ihren Sorgen befreien kann. Hoch oben über der Stadt soll daher eine Wolke entstehen. Mit den Himmelskörpern verbinden wir alle schon seit der Kindheit in erster Linie positive Gefühle: Sitzt man auf einer Wolke fühlt man sich frei und leicht. Und betritt man sein Wolkenschloss, kann einen nichts mehr erreichen. Alles ist ganz weit weg. Man fühlt sich geborgen.

Im einkommensschwachen Nordwestzentrum Frankfurts haben die Bewohner eines Hochhauses immer wieder mit unerwünschten Besuchern und Ärger aus dem Viertel zu kämpfen. Die Bewohner sind allerdings überaus freundlich, aufgeschlossen und immer für ein nettes Gespräch zu haben. Sie kennen sich untereinander und treffen sich gerne in ihrer Freizeit - doch Platz gibt es in ihren Wohnungen kaum.

Studierende

Daniela Rebstock

Zusammengesetzt

Studierende

Zeliah Yüksel

Das "Belvedere" befindet sich auf einem 70er Jahre Plattenbau in unmittelbarer Nähe zum Rhein in Mainz. Umgeben ist das Gebäude von einer weiten Grünfläche und vielen Freizeitangeboten, wie beispielsweise einer Tennisanlage, einem Minigolfplatz und Schrebergärten. In dem Wohnkomplex finden sich Single-Haushalte, große Familien und Wohngemeinschaften. Somit ergibt sich kein charakteristisches Bewohnerbild. Durch die gegeben umliegenden Angebote verzichtet das "Belvedere" auf weiteres und beschäftigt sich viel mehr mit der Fragestellung: »Wie vereint man Generationen und Menschen aus verschiedenen Kulturen?«

Eine Antwort auf die Frage sind gemeinsame Mahlzeiten. Mahlzeitensituationen sind in uns mit symbolischen Bedeutungen Überformt. Ein lebendiger Tisch zeichnet sich durch das soziale Produkt der Mahlzeit, die Tischgemeinschaft aus. Hier werden die Anwesenden durch das gemeinsame Essen in Beziehung gesetzt und zu einer Erzählgemeinschaft verbunden. Die in verschiedenen Umwelten agierenden Anwesenden verbinden sich für einen bestimmten Zeitraum zu einer, von der Außenwelt abgetrennten Einheit. Es entsteht ein Sozialer Körper.

Eine Vergemeinschaftung bei Tisch findet neben familiären Mahlzeiten auch bei besonderen Mahlzeiten mit fremden Menschen statt. Trotz der Umstände und der evtl. Einmaligkeit der Esssituation entstehen situative, aber wirkungsvolle Tischgemeinschaften. Um diesem Effekt zu vertiefen bietet der Tisch eine geringe Tiefe von 90cm und gibt somit eine physische Nähe zu dem Gegenüber. Die Wahl einer Sitzbank folgt dem selben Ziel – die Verbindung zu dem Sitznachbarn.

shared box

Das Wohnhochhaus in Mainz, aus den 1960er Jahren, ist geprägt durch eine anonyme, trostlose Einzelappartment-Struktur und beherbergt Bewohner mit unterschiedlichen Nationalitäten. Das Hochhaus befindet sich am Rande eines Wohngebietes und liegt im Anschluss an das Industriegebiet.

Studierende

Mira Gerhart

shared box ist ein eigenständiger Gebäudeaufsatz, welcher sich nach Süden, mit dem Blick auf den Dom und die Stadtmitte, öffnet. Es bietet den Bewohnern einen Treffpunkt, einen Ort, um gemeinsam zu kochen und eine Möglichkeit Lebensmittel nachhaltig zu verwerten. Den alleinstehenden Mietern werden Bio-Gemüse und Obst, welche preislich in der Miete enthalten sind, bereit gestellt, um somit die Verwendung von Großpackungen zu vermeiden. Des Weiteren bietet shared box die Möglichkeit Essen, welches man nicht verbrauchen kann, auszutauschen, um weniger Abfall zu produzieren.

Der Gebäudeaufsatz besteht aus einer transparenten Polycarbonat-Hülle, welche sich über eine einfache Holzkonstruktion stülpt. Die Holzrahmenbauweise definiert somit einen isolierten und beheizten Winterraum. shared box nutzt ausschließlich leichte und kostengünstige Materialien und setzt auf rohe Schlichtheit in der Gestaltung. Die offenliegende Konstruktion, bestehend aus Stahlstützen, Sperrholzplatten und Aussteifungskreuzen, ist dabei ein wichtiges Gestaltungselement. Unterstützt wird dies durch die reduzierte Innenausstattung, hierfür werden gebrauchte Möbel, einfache Schwerlastregal, günstige Neonröhren und eine schlichte Edelstahlküche verwendet. Durch die Fügung der Materialien und ihren rohen Charakter ergibt sich eine offene, helle und authentische Atmosphäre.

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